Endlich – Auf in den Norden

Auf in den Norden Spaniens. Die Liste der ToDos wird in den ersten Januartagen auch nur wenig kürzer. Der ganze Kleinkram geht ja schnell, aber es stehen noch ein paar größere Sachen an, vieles muss ich mir auch erst aus Deutschland mitbringen (Schweißgasflasche, Halbzeuge) etc. Hier in Amora kenne ich mich zwar mittlerweile gut aus, aber es ist hier in wenig wie früher in den 80ern in Deutschland. Es gibt viele kleine Krämerläden, alle extremst gut sortiert, aber wenn etwas nicht da ist, wird es auch schwierig zu besorgen. Amazon Portugal, bzw Spanien, an des es angeschlossen ist, ist auch bei weitem nicht so gut sortiert. Selbst der Versand aus Deutschland ist preiswerter als wenn ich das in Portugal kaufe. Das ist mal echt witzig.

So flieg ich dann Mitte Januar erts mal nach Deutschland. Ich freu’ mich ja schon richtig drauf meine Schwester und meine Nichten wieder zu sehen. Schön ist es auch viele Freunde wieder zu treffen, so ist jeder Abend schon gut verplant.
Ich muss jetzt nur aufpassen. Ich habe ja wieder das Bruder RundumSorlos Paket samt Wagen bekommen . . . leider hat das Leasecar nur eine Kilometerbegrenzung. Meine Schwester nutzt den Wagen sonst nur um sich in der Stadt zu bewegen, urgs, da mal jetzt ohne Ende Kilometer draufzuschrauben wäre nicht nett von mir . . . :-/
Wenigstens kann ich mich auch ein wenig Nützlich machen: ein paar Sachen in der Wohnung reparieren, bei ein paar Mietern was richten etc. So wird mir wirklich nicht langweilig.
Ein wenig Sorge bereiten mir jedoch die vielen Sachen die ich wieder mit nach Portugal nehmen will. Es sind schon drei Pakete auf der Reise und es werden immer mehr . . . schon gut das ein Freund aus der Werft in Amora mit seinem Wagen zur gleichen Zeit in Deutschland ist und ende März wieder zur Werft fährt, da kann ich ein wenig was in den Wagen laden lassen.
Ein wenig mulmig wird mir dann aber schon: aus einer Schweißgasflasche wird eine Schweißgasflasche plus ein Paket, dann kommt noch ein zweites, dann ein drittes dazu. Wegen dem vierten und fünften habe ich Heiko dann gar nicht mehr angerufen. Meine Hoffnung ist: es passt rein, falls nicht habe ich eine Prioritätenliste und dann bleiben einfach ein paar Pakete zu Haus.

Wieder in Amora geht es dann gleich ans arbeiten, endlich komme ich voran. Entgegen meinen Befürchtungen habe ich die Arbeiten recht gut geplant und es plöppen wenig extra Arbeiten hoch. So gönne ich mir auch die Zeit Karneval in Sesimbra anzuschauen. Das ist wirklich lustig. Im Bus schaut mich ein kleiner Junge immer an, ich komme mit seiner Mutter ins Gespräch. Ich hatte ja nach den Plakaten einen Karneval wie in Rio erwartet, das ist wohl auch so, nur am Rosenmontag nicht . . . da ist jeder ein Clown sagt Sie. Ich werde wohl heute sehr viele Clowns sehen . . . sie wird recht behalten . . . und lustig wars 🙂

Die paar extra Arbeiten die aufkommen lassen sich recht gut handeln, so bin ich auch noch recht entspannt als Heidi und Robert von den Azoren eine Woche Urlaub auf der nOa machen. Die beiden haben auch einen Leihwagen, so können wir uns noch ein wenig das Umland anschauen das ich bisher noch nicht gesehen habe. Ini, eine Freundin aus Cadiz, macht ja auch Radtouren ab Lissabon, die kennt hier noch den ein oder anderen Tipp.
So schauen wir uns gemeinsam Cabo Espichel, Alcatar do Sal und Evora an. Wirklich schön da, ich möchte da aber auch in Evora nicht in der Hauptsaison hin. Es ist mir ja jetzt schon zu voll und anhand der vielen Restaurants lässt sich erahnen was hier im Sommer los ist.

Auch ein Freund, Thorsten, aus der Kindergarten Zeit kommt in die Algarve, so nehme ich mir einen Leihwagen und besuche Ihn in Faro. Ein paar Freunde aus England, Nigel und Nadine, die ich in Seixal kennengelernt habe sind auch noch da. So wird es, trotz des vielen Regens, ein richtig schöner Tag.
Einen Schrecken bekomme ich nur an der Tankstelle in Faro: 45 Eur für 300 Kilometer, WOW, damit hatte ich nicht gerechnet, gerade weil auf der Rückfahrt nur 25 Eur anfallen. So eine Differenz ist schon mehr als merkwürdig. Eine Beschwerde beim Vermittler billiger-mietwagen.de brachte nicht den gewünschten Erfolg, wer hätte auch etwas anderes erwartet.
Ich habe bei Sixt in Deutschland auch schon mal so etwas erlebt, mein Resümee ist nun: einfach immer etwas abpumpen, dann mache ich wieder meinen Schnitt . . . Schlimm das ich jetzt so denke . . . vielleicht überdenke ich die Einstellung 😉

So, ist alles gut gegangen, wie sollte es auch anders sein. Im März und April hat es ja mal richtig viel geregnet in Portugal. Ich bekomme langsam Winterdepressionen und auch die Portugiesen sagen schon: Das ist dieses Jahr aber echt ungewöhnlich. Nun ja, da bleiben nun ein paar Aussenarbeiten auf der Strecke. Egal, Farbe ist nicht wirklich wichtig, schon gar nicht bei der nOa.
Die nOa ist endlich wieder im Wasser, ein wenig noch ein Seixal gemacht, von vielen Freunden verabschiedet.

Ein paar richtig doofe Erinnerungen werde ich leider immer mit Amora und Lissabon in Verbindung bringen, aber am Ende kommen noch ein paar wirklich angenehme und wunderbare Begegnungen hinzu. Ich hoffe das sich die Gelegenheit ergibt, das ich diese in naher Zukunft wiedersehe, auf das sie mich länger begleiten werden!

So geht es nun eines Donnerstags mit ablaufendem Wasser den Tejo hinunter und in die wunderschöne Abendsonne hinein. Irgendwie passt meine Stimmung gerade gar nicht so in diesen Kontext.