Lissabon im Winter



Zuerst will ich mir ja wieder ein wenig eine richtige Stadt anschauen. Lissabon ist da schon eine Reise wert und jetzt wo nicht mehr ganz so viele Touristen in der Stadt sind ist es auch wieder um Längen angenehmer als im Sommer. Nach einer Woche im Doca de Alcantara gehe ich erst noch mal eine Woche nach Seixal an den Steg. Es ist einfach zu schön hier. Das Wetter passt auch, wunderbarer Sonnenschein versüßt mir die Zeit dort ein wenig. Mittlerweile sind ja auch fast alle Straßen fertig. Ich denke mal das alles fertiggestellt wird werde ich wohl nicht mehr erleben 😉 Schön das sich hier in der ganzen Zeit sonst nichts verändert hat. Silvia sitzt im Touristenbüro und Fernando ist noch immer als Hafenmeister hier. So kann ich erst mal ein wenig von der vielen Segelei ausspannen. Ich denke mir glaubt wirklich keiner wenn ich sage, so alle drei Tage einen neuen Hafen und die Umgebung zu erkunden ist auf die Dauer wirklich anstrengend.

So viel bin ich denke ich in meinem ganzen Leben nicht gelaufen wie in den letzten drei Monaten, auch werde ich den Spruch den mir Ini mal erzählt hat nicht vergessen . . . ein paar Engländer mit denen sie mal eine Kirchenbesichtigung im Hinterland von Cadiz hatte sagten Ihr mal als sie den Namen der Kirche vergessen hatte: „Das macht nix, sagen sie, wir können uns die ganzen Namen auch nicht alle merken, wir nennen sie einfach ABC Church“ . . . wie fragte Ini „ABC Church“ ?? . . . ja, sagten sie „ABC Church: Another Bloody Church. Immer wenn wir in eine neue Stadt kommen werden uns zuerst die ganze Kirchen gezeigt, nach einer Weile sehen die immer gleicher aus“

Und so ist es in der Tat, nach einer Weile wusste ich schon kaum noch in welchem Hafen ich welche Fotos gemacht hatte. Fürchterlich, auf meiner ersten Reise war das anders und ich hatte mir geschworen mir einen Hafen pro Region auszusuchen und dort dann mindestens für vier Wochen zu bleiben. Ich frage mich wer mich auf die Idee gebracht hat zu versuchen einen Reiseführer zu schreiben.

Die Zeit in Amora vergeht wie immer wie im Flug, bis alles so weit eingerichtet, vorbereitet und auf den Weg gebracht ist dauert hier in Portugal immer ein wenig länger. Diesmal bin ich aber vorbereitet und habe für alles was nicht gleich richtig läuft einen Plan B parat. Mir scheint jedoch, alles was die Tagus Werft machen soll dauert von Natur aus länger. Ein paar Freunden, die Ihr Schiff hier auch über den Winter liegen lassen und ein wenig was reparieren lassen wollten hatte ich das auch schon so gesagt. Sie sind darauf hin auf die andere Seite des Tejo nach Sopromar. Bisher läuft da alles wie am Schnürchen. Ich hoffe das bleibt so. Falls ja, werde ich da das nächste Mal auch dorthin gehen.

Weihnachten war dieses mal besonders schön. Ich wurde von Anabela mit zu Ihrer Familienfeier eingeladen. Wobei Sie sagte auch schon. Familie trifft es hier nicht ganz, hier sind alle bunt zusammengewürfelt. Cousins, Ein-geheiratete, Schwiegereltern, Kinder aus verschiedenen Ehen, ich glaube alles in allem waren hier sicherlich 25 Personen an dem Abend da. Immer gingen mal welche und neue kamen hinzu. Ich hatte ja noch die Weihnachtsfeiern mit meine Mutter und der ganzen Verwandtschaft im Kopf, früher als ich noch kleiner war. Da wurde ja schon viel gegessen. Das war aber über Tage verteilt. Hier in Portugal fängt die Feier schon Mittags an und endet dann irgendwann am späten Abend. Die ganze Zeit über steht dann immer irgendwas zu Essen auf dem Tisch. Puhhh, das was wir früher in drei Tagen gegessen haben wird hier an einem erledigt.

Weihnachten wird hier eh ein wenig anders gefeiert. Der 24. ist ein ganz normaler Arbeitstag, am 25. ist dann die Bescherung und am 26 wird auch schon wieder fast überall gearbeitet. Anabela trifft es da besonders hart. Sie arbeitet in einer Boutique da sich viele nach Weihnachten Urlaub nehmen ist dann immer besonders viel los. So muss die Arme schon um 6 Uhr im Laden die Verkäufe vorbereiten. Puuuh, das wäre ja nix für mich.

So musste ich mich dann auch erst mal ein wenig erholen, Silvester steht ja auch noch an. Leider schaffen wir es dieses Jahr nicht das Heidi und Robert von den Azoren herkommen. Die beiden haben seit neuestem eine Bordhündin. Ein wirklich schönes Tier, aber sie mit nach Lissabon zu nehmen will niemand dem Tier zumuten und eine Pflegefamilie ist so schnell nicht aufzutreiben. Echt blöd. Die Option das ich nach Santa Maria fliege ist auch wirklich keine. Entweder kostet der Flug wenn ich nur drei Tage vor Ort bleibe 500 EUR oder ich muss gleich eine ganze Woche dort bleiben. Gut, es gibt da sicherlich schlimmere Orte, andere machen eine oder sogar zwei Wochen Urlaub auf der Insel. . . . Noch andere, wie Heidi und Robert, sind schon seit zwei Jahren auf der Insel . . . ich habe allerdings noch was am Schiff zu tun.

Alle Einbauten sollen neu lackiert werden. Das ist eine Menge Arbeit, da ich immer nur Stückchenweise vorankomme. Ich muss ja immer wenn ich irgendwas lackieren will die Sachen die ich aus den Schränken hole irgendwo verstauen. Leben und Arbeiten auf dem Schiff ist nicht immer wirklich einfach. So bleibe ich Silvester allein. Auf der Werft machen sie einen kleinen Umtrunk zum Jahreswechsel am Steg, das war mir dann aber auch zu traurig. So bin ich mit dem Fahrrad nach Casilias gefahren. Hier gibt es die Option mit der Fähre nach Lissabon über zusetzen. So schaue ich mir zuerst ein wenig das Treiben in Casilias an und um kurz nach 22 Uhr fahre mit der Fähre ich nach Lissabon. So richtig Stimmung kommt bei mir aber nicht auf.. So schaue ich mir ein wenig das Treiben am Praca de Commercio an. Eigentlich ist es wirklich schön. Ein großes Konzert und anschließend um 24 Uhr ein großes Feuerwerk. Da ich aber ein auch ein wenig niedergeschlagen war will so recht keine Feierlaune aufkommen. So laufe ich ein wenig auf und ab und beobachte ein wenig all die anderen. Es ist schon witzig, irgendwie scheint mir: Lustig sind zwar alle, gute Laune haben sie auch, aber so am Ende ist es halt ein ganz normale Nacht, die nach dem Feuerwerk so besonders auch nicht ist.

Um zwei Uhr bin ich wieder auf dem Schiff und gehe auch gleich in die Koje. Die Arbeit morgen wartet nicht . . . Mein Urlaub in Deutschland ist ja auch schon geplant, und ich will alles so weit vorbereitet haben, das ich mit den Sachen die ich aus Deutschland mitbringe auch gleich weiterarbeiten kann. Der März kommt schneller als man so denkt und dieses Jahr will ich pünktlich los.

Also ran an die Buletten 🙂

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