Nordseekueste und Englischer Kanal

Über Enkhuizen in den Nordseekanal. Leider ist kein richtiger Wind bis nach Enkhuizen, so wird dann der Motor bemüht. Ab Enkhuizen ist es dann besser und ich kann ein wenig segeln. Dieses Motorgebrumme geht mir ein wenig auf den sender . . .auch wenn es schon wesentlich leiser als bei der RazFaz ist.

Abends um 22 Uhr geht es dann noch schnell durch die Oranjesluis in den Nordzeekanal. Mittlerweile ist es schon zappenduster. Da merkt man erst mal wieder wie viele Lichter in so einer Stadt an sind. Ich dachte ja nicht das ich da noch hineinfahre, also hatte ich mir da keine Wegpunkte vorbereitet :-/ Das stellt sich jetzt als nicht so schlau heraus. Der Sixthaven ist dann auch noch voll, so muss ich weiter in die neue Marina Amsterdam. Leider ist die Marina aber noch nicht auf meinen Digitalen Seekarten auf dem Bord PC . . . .aber die Navionic App fürs Smartphone hilft, da hatte ich mir erst frisch die aktuellen Seekarten ‚runtergeladen.

Den nächsten morgen geht es dann direkt weiter, der Wind soll günstig stehen, also aus Nord kommen. Gleich nach der Schleuse in Ijmuiuden geht es dann die Küste hinunter. Da meine Selbststeueranlage noch nicht richtig eingerichtet ist, kann ich leider noch nicht so viel am Stück segeln. Irgendwann muss ich ja auch mal schlafen 😉 Nach Rotterdam (Hoek van Holland) fahre ich dann mitten in der Nacht noch in Stelendam an den Anleger vor der Schleuse. Hier kann man für drei Tage umsonst liegen, das wusste ich noch von meiner letzten Tour. Es dauert zwar immer eine Stunde hier rein und wieder raus zu fahren, aber weit und breit ist kein anderer besserer Hafen anzulaufen.

Der nächste Tag bringt dann nicht viel Wind, da geht es dann unter Motor weiter nach Blankenberge. Im Augenblick gilt es so schnell wie möglich die Küste hinunter zu kommen. Die Biskaya wartet und die ganze Englische Küste liegt noch vor mir. Hier herrschen ja meist südwestliche Winde, gegen die ich dann ankreuzen müsste.

Der nächste Stopp ist dann Dünkirchen. Auch hier musste ich wiedermal den Motor bemühen. Die Wettervorhersage sieht auch nicht gut aus, ca. 6 BFT gegen die ich ankreuzen müsste die nächsten Tage. Der nächste Stopp soll ja Dover sein, da herrscht eine irre Strömung im Kanal. Wenn nun der Wind gegen die Wellen drücken ist das schnell sehr unangenehm. Besser ein , zwei Tage warten und dann in Frieden weiterkommen . . . . noch kann ich mir das Wetter ein wenig aussuchen.

Am 23. 8 geht es dann über den Kanal nach Dover. Zwar auch wieder unter Motor, aber dafür sehr entspannt. Hier treffe ich dann am Nachmittag auch wieder zwei Deutsche, die einen Tag früher los sind wieder. Sie wollten eigentlich auch schon früher in Dover sein, haben aber ob des Seegangs in Calais einen Zwischenstopp eingelegt. So haben wir noch einen angenehmen Abend bei genügend Bier 🙂

Am nächsten Tag ist das Wetter immer noch bestens, aber leider wieder kein Wind der mich zum segeln kommen lies . . . 2 BFT aber genau von vorn. Bei dem letzten Törn durch den Kanal aber ich aber gelernt: wenn Du schnell voran kommen willst versuche in solchen Situationen gar nicht erst zu segeln, am Ende kommst Du nur viel später an und ärgerst Dich über Dich selber. Also Motor einfach laufen lassen und bis nach Brighton motoren. Ich habe mir angewöhnt wenn der Motor läuft so ein mal die Stunde nach dem Motor zu sehen, ein wenig den Tagestank aufzufüllen und zu schauen ob alles OK ist. Das sollte sich nun als gute Idee erweisen. Gegen 0 Uhr in der Nacht mach ich die Motorraumtür auf und ein Dieselnebel steht im ganzen Motorraum, in der Bilge schwappt schon der Diesel . . . fürchterlich! Bis ich erst mal gesehen habe wo es genau herkam hat es ja schon eine Weile gedauert. Mir war einfach nur an der ersten Einspritzdüse von der Dieselrücklaufleitung die Verschlusskappe abgerissen. Also erst mal einen Lappen drum gewickelt damit es nicht weiter Nebelt. Bis nach Brighton werde ich so noch kommen, dann kann ich mir das Dilemma in Frieden anschauen.

Ab in den Hafen, leider hat die Hafenmeisterin meine Anfrage auf UKW 80 nicht gehört. Kanal 37. der lokale Hafenkanal kann ich leider auf meinem Funkgerät nicht einstellen. Also erst mal irgendwo festmachen. Nun ist der Besucherbereich entgegen dem restlichen Hafen nicht so groß. Ein paar mal hin und her, ein passender Ponton schien gefunden. Nicht mal zwei Meter von dem Ponton entfernt, das Schiff gerade auf-gestoppt, Gashebel umlegen und . . . . NIX . . . das Getriebe kuppelt noch aber ein Gas mehr. GottSeiDank hatte ich noch ein wenig fahrt im Schiff Richtung Ponton, trieb aber schon mächtig quer. Da kommt doch, Nachts um zwei, ein Mädel daher und fragt ob sie mal eben helfen könne . . . . Also mehr Glück kann ich ja gar nicht haben . . . Klar könne Sie helfen! Super, erst mal fest.

Eine Stunde später kommt dann die Hafenmeisterin vorbei und sagt ich könne hier nicht liegen bleiben, morgen Früh kommt ein Katamaran und braucht den Anleger. Wir verhohlen dann noch rasch das Schiff und ich kann endlich Schlafen.

Morgens in Hafenbüro heißt es dann ich müsse komplett von dem Steg weg . . . also verhohlen wir mit Schlauchboot und 4 Mann die nOa auf die andere Seite. Da herrscht ja schon eine Strömung in dem Hafen. Dann erst mal Toni angerufen, wie ich wohl den Rücklaufleitungspöppel ersetzten kann. Ich war mir ja nicht sicher wie viel Druck da auf der Leitung ist. Aber mit einem Ersatzschlauch und Kabelbindern lässt sich das Lösen. Nach langem Suchen habe ich dann auch in einem Fahrradladen einen passenden Ersatzgaszug gefunden. Danke an Shimanpo das sie passende Bremszüge für Fahrräder herstellen 🙂

Das Funkgerät lasse ich dann auch gleich noch „aufbohren“ und alle Kanäle freischalten . . . Es hat zwar ein wenig Überzeugungsarbeit bedurft, da die Verkäuferin meinte das sei nicht erlaubt, aber am Ende haben sie es dann doch gemacht.

Am nächsten Morgen noch rasch ein wenig Diesel getankt und weiter geht die Fahrt. Zuerst wieder nur unter Motor, doch dann frischt der Wind auf und kommt auch noch von der Seite, da kann ich super segeln. So geht es dann in wildem Ritt nachts an Portland Bill vorbei nach Torquay. Die Selbststeueranlage geht noch nicht richtig gut und so nah an der Küste mit den „Eddies“ und „Overfalls“ möchte ich auch nicht wirklich schlafen. Am Nachmittag in Torquay kann ich das immer noch nachholen.

Der Ort ist ja von weitem echt nett, auch näher betrachtet noch schön, aber völlig mit Touristen überladen. Es sei halt die „Englische Riviera“ das stimmt ja auch, ist aber scheint es nix für mich. Das Wetter sieht gut aus und so fahre ich den nächsten Nachmittag weiter. Das dies eine gute Entscheidung war stellt sich beim bezahlen heraus. 66 GBP für eine Nacht, das ist schon ein Wort.

Nach Rundung vom „Start Point“ geht es dann in die Nach. Bei Amwind Kursen kann ich die nOa aber sich selber überlassen. Einmal die Stunde aufgestanden und alles Überprüft läuft es gut nach Falmouth. In der Buch von Falmouth kann ich mich dann bei bestem Wind noch um die Selbststeueranlage kümmern, und so geht es die nächsten drei Stunden mit der nun richtig eingestellten Selbststeueranlage nach Falmouth. Alles just in Time also . . .wie ich ohne die Selbststeuerung die Biskaya hätte meistern sollen war mir ein Rätsel . . .ich dachte sogar schon daran jemanden mitzunehmen 😉 Außenrum um die Biskaya wäre zwar auch eine Möglichkeit, dauert aber richtig lang. Gerade jetzt wo das Wetter ja auch nicht immer zum Besten steht kann das ja eine Ewigkeit dauern. Aber nun ist ja alles gut.

Eine Impfung lasse ich mir auch noch verpassen und Ordentlichen Ersatz für den Rücklaufpöppel bekomme ich auch. Alles fein!

Jetzt schlägt allerdings das Wetter um und ich muss noch bis Montag warten. Aber gut, wenn das alles ist, damit kann ich nun wirklich leben, komme ich eben erst Ende nächster Woche in La Coruna an.

Sorry, das ich zwei Posts im Block nachreiche, aber es war immer so viel zu tun, da habe ich nicht auch noch die Zeit gefunden Blockeinträge zu schreiben. Ich gelobe für die Zukunft aber Besserung.

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