Ille de Groix

So, schon wieder ein Monat um, langsam wird es ja auch Zeit wieder über die Biskaya zu kommen, es ist schon Ende August, das Wetter wird nicht besser. Auf dem Atlantik ist auch gerade kein größeres Tief zu sehen, also schnell weg. Der erste Tag wird zwar ein wenig ruppig bei 7BFT und 4 Meter welle muss ich an einem Amwindkurs ein wenig auf den Atlantik ‚raus, dann soll es aber mit halbem Wind bei 3-4BFT weiter gehen. Fein, dann mal los. OK, es geht dann ein wenig weiter in den Atlantik hinaus aus gedacht, ist aber eigentlich auch nicht schlimm. Blöde wird’s nur als die Engländer eine Sturmwarnung per Navtex rausgeben und ich gerade mitten im Nichts auf der Biskaya ohne Wind ‚rumtreibe. Also Motor an und nix wie weg. Der Plan ist es, da der Sturm aus Norden kommen soll hinter detr „Landzunge“ bei Brest unterzukommen. Es gibt genügend Häfen dort. Leider bin ich auch diese Mal nicht mit Glück gesegnet. Nach 8 Stunden unter Motor wird es zuerst immer langsamer, dann Boing, Boing, Boing. Richtig laut. Verdammt also Motor aus, was mag das nur sein, er ist seit der Überholung in Cascais gerade mal 60 Stunden gelaufen. OK, Pech gehabt, dann muss ich eben sehen. Blöderweise treibe ich nun allerdings mitten in der Schifffahrtsroute von Ushant nach Cabo Finisterre.

Mein AIS gibt alle halbe Stunde eine Kollosionswarnung und ich kann bei keinem Wind auch nicht wirklich segeln. Auf die Idee einfach durch zwei Bälle übereinander meine Manövrierunfähigkeit anzuzeigen bin ich gar nicht gekommen. Egal, am Ende ist ja alles gut gegangen. Der Sturm kommt nun doch nicht hinunter bis in den Englischen Kanal, auch gut. Ich muss nun allerdings sehen wo ich einen Hafen finde in den ich ohne Motor schön einlaufen kann. Am Ende soll es Port Tudy auf der Ille de Groix sein, er liegt ganz gut geschützt und hat neben einem Wellenbrecher nur eine kurze Einfahrt. Der Wind steht auch günstig und frischt auf, alles gut. Zu meinem Glück läuft mit mir noch ein Schlauchboot ein, und die sprechen auch noch Deutsch, ein Schweizer Tauchlehrer ist hier mit, fein. So komme ich noch richtig einfach in den Hafen.

So, jetzt muss ich nur schauen wie ich das mit dem Motor wieder hinbekomme. Zuerst mal Toni anrufen . . . aber aus der Ferne ist das auch schwierig, ein paar Sachen abgecheckt. Nix zu finden, ganz so laut wie auf der Biskaya ist er auch nun nicht mehr, springt noch an, irgendwie ist er wohl nicht ganz kaputt 🙂

Die Ille de Groix ist aber auch ein wirklich schöner Platz. Kaum Autos, wenig Touristen, zumindest abends 😉 aber preiswert ist es nicht. So, der Plan steht, ich lasse die RazFaz hier in der Nähe und komme mit Toni dann mal ‚runtergefahren um den Motor anzuschauen. Jetzt muss ich nur noch einen preiswerten Hafen finden, genug gibt es ja auf dem Festland in der Bucht von Lorient. Ich leihe mir mal für einen Tag ein Auto und fahre sie alle ab. Eine wirklich schöne Gegend. Allerdings für Wassersportler extrem teuer. So wird es am Ende der Hafen in Lorient selber. Die Stadt ist zwar nicht so schön, aber dafür gibt es hier einen TGV Anschluss nach Paris. Glück gehabt, alle Häfen drumherrum sind dann nur noch mit dem Bus zu erreichen. Der Hafen von Lorient liegt außerdem noch mitten in der Stadt, keine 2 Minuten vom Zentrum entfernt.

Noch mehr Glück habe ich als ich ein paar Freunde anrufe, ich muss mich ja nun wieder um einen Job, Auto ect. kümmern. So spreche ich mit Robert, einem Freund aus Köln, der gerade mit seinem Wagen ein wenig Stress hat. Den Wagen kann ich haben, sogar geschenkt, ich darf halt nur keine Fragen stellen, wenn er kaputt geht isser halt kaputt, er will von dem Auto nix mehr wissen. Was will ich den mehr. Also auf nach Köln. Ich will hier mal kurz vorweg greifen, den Wagen habe ich dann noch komplette zwei Jahre und 60.000 Kilometer gefahren, das war mein preiswertester Wagen den ich jemals gefahren habe. Danke Robert! 🙂

So, nun hat die Reise aber auch Ihr Ende vorzeitiges gefunden. Verdammt. Ich habe ja schon ein wenig Angst mir einen neuen Job suchen zu müssen. Ich hoffe das ließt hier jetzt keiner vom Arbeitsamt . . . ich will mir da ja noch ein wenig Zeit lassen. Der neue Plan ist ja, erstmal ein neues schönes Schiff finden, dann vielleicht ein, zwei Jahre arbeiten und dann wieder los. Nun also zuerst mal die wichtigen Dinge angehen, ein neues Schiff finden 😉

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