Get stucked . . . Lisbon again

Es ist ja wirklich grausam, ich komme einfach nicht los von dieser Stadt . . . scheint es.

Kaum aus dem Rio Tejo raus, passender Kurs auf das Cabo Sao Vincente gesetzt. Es sind ja 100 Seemeilen bis dahin, je nach Bedingungen sind das ca 15 Stunden bis dahin. So nach und richte ich die nOa ein, das sie bis dahin alles alleine macht. Da kommt noch ein DSC All Ships Call von der Portugiesischen Marine rein. Die machen kurz unterhalb des nächsten Kaps eine Schießübung. Da sich das Übungsgebiet die letzten Tage immer ein wenig verschoben hat, dachte ich mir, da hörste lieber noch mal genauer zu. Tja, das hätte ich mal besser bleiben lassen. Kaum versuche ich die Koordinaten mitzuschreiben bemerke ich noch wie die nOa aus dem Ruder läuft. Mit großem Knall kommt der Baum auf der anderen Schiffsseite an. „Patenthalse“ na klasse! OK denk ich doof aber was willste nun machen. Mit einer ordentlichen Halse den Baum wieder auf die richtige Seite geholt und weitersegeln. So weit sieht ja erst mal alles gut aus. So richte ich die nOa erst mal weiter ein. Das nächste ist nun der Bullenstander, der nämlich verhindert das der Großbaum unkontrolliert auf die andere Seite schlägt. Gut dann die Selbststeueranlage noch ein wenig korrigiert und schon läuft alles gut.

Ich schaue mich nun ein wenig auf dem Schiff um und denke noch, die Achterstagen sehen aber schon ein wenig locker aus . . . Tja, das sind sie auch. Nun geht ich doch mal nach vorn und schaue mit den Mast ein wenig genauer an. Mhhm, was soll ich sagen, der Schrecken ist groß. Das unterste Gitterelement ist ca 50 mm nach vorne durchgeknickt. So kann ich auf gar keinen Fall weitersegeln. Wenn das komplett versagt kippt der ganze Mast um. Also sofort die Segel runter und wieder zurück in den Tagus. Verdammt!

Direkt mit der nächsten Tide laufe ich wieder den Tejo hoch. Der ganze Segelpass hat nun ziemlich genau 4 Stunden gedauert.

Blöderweise ist nun meine Mooring belegt und ich muss wieder an den Steg. Ankern möchte ich hier ungern, zur Springzeit herrscht hier eine ordentliche Strömung.

OK, den ersten Abend musste ich erstmal tiefer in die Flasche schauen. Der Frust war ja schon groß.

Den nächsten Tag kümmere ich mich dann um die Reparatur. Beim Tagus ist das kein Problem, ich solle einfach kommen, wir würden den Mast dann an die Seite legen und ich kann in Ruhe schweißen.

Das Material zu bekommen ist hier in Portugal hingegen ein wenig schwieriger. Da die in der Firma in der ich es bekommen könnte leider kein Englisch sprechen lasse ich wiedereinmal Silvia aus dem Touristenbüro dort anrufen. Nach etwas hin und her heisst es, klar in 3-4 Tage sei das machbar mit dem Material. OK sag ich, dann los. Nach dem Silvia aufgelegt hat sagt sie dann. schön, dann bekommst Du ja in 3-4 Tagen eine Mail von denen. Auf mein ungläubiges Stauen sagt sie, ist doch klar, erst die Mail dann das Material. Manchmal werd‘ ich hier noch wahnsinnig :-/

OK, dann lieber gleich alles in Deutschland bestellen, per Express ist das sicherlich schneller als hier die Mail über die Lieferzeiten zu bekommen.

Da ich eh nichts mehr machen kann außer zu warten und zu hoffen das alles gut läuft muss ich mir überlegen wie ich die Zeit ein wenig sinnvoll nutzen kann. Nur da ich gerade bin wo ich eigentlich gar nicht sein will wird meine Laune nicht gerade besser. So bin ich die ersten Tage recht niedergeschlagen, gerade weil auch alle Freunde und Liebgewonnenen nicht mehr hier sind. Die Gegend kenne ich ja nun wirklich zur genüge und eigentlich habe ich mir ja auch schon alles angeschaut was ich sehen wollte. So fällt es mir umso schwerer mich ein wenig zu motivieren und ein paar neue Ziele ˋrauszusuchen.

OK, so schaue ich mir das ein oder andere Viertel in Lissabon an, das so gar nicht auf meiner Liste stand. Eigentlich hat es sich auch nicht wirklich gelohnt dort zu schauen. Ein paar mal habe ich auch richtig Angst bekommen, als die Menschen schon recht aggressiv auf mich zugegangen sind wo ich doch eigentlich nur ein paar Fotos schießen wollte. Nur schnell weg denk´ ich mir. So hatte ich Menschen in Portugal bisher noch nicht gesehen. Eigentlich schade. Verglichen mit Deutschland allerdings ist es hier wesentlich entspannter sich einfach mal nur so umzusehen. Auch Betrunkene gibt es hier eigentlich nur als Ausnahme.

Ein weiterer Tag des Wartens in Seixal, so denke ich mir, ich nehm‘ doch mal das Rad und fahre an die Strände der Alantikküste. Immerhin verbringen die meisten Leute aus Lissabon Ihre freie Zeit dort. Es ist zwar ein wenig zu radeln, aber das tut der Kondition und dem Bauch ganz gut. Hier in Portugal ist es, wenn man auswärts isst echt schwierig auf seine Figur zu achten. Selbst wenn ich ausrichten lasse, das ich nur eine halbe Portion haben möchte, gerne aber den vollen Preis bezahle . . . dann scheint es mir geben Sie nochmal einen extra Aufschlag drauf. Boah, ich habe hier locker 10 kg zugenommen. OK, ich gebe zu , das preiswerte Bier tut das übrige. Kleiner Tipp. Hier in Portugal immer ein Imperial bestellen. Das ist ein kleines Bier ca 0,2 cl und kostet in der Regel 0.8 – 1.0 EUR, maximal 1.2 EUR. Bei 1.2 EUR ist man aber auch schon in einer echten Touristenecke. Gut, lange Rede kurzer Sinn. Ich strample bis zum Strand, den Strand bis zur Laguna de Albufeira und dann hoch bis Capricia bis ich nicht mehr kann. Dann auf dem Weg nach Hausˋ fällt mir auf: drohender Platten im Vorderrad. Verdammt! Blöderweise hatte ich noch mein Telefon im Schiff liegen lassen. Wäre ja auch kein Problem, falls ich mich ein wenig verfahre tuts dem Bauch gut. Nun zu Fuss, mit dem platten Reifen am Fahrrad ist das aber kein Spass. Ich habe mir den Weg zwar gemerkt, aber ich komme jetzt ja aus einer andern Richtung.

Zuerst helfen Strassenschilder weiter, leider hört die Beschilderung aber bald auf. Die in Deutschland übliche Regelung, falls nichts kommt, einfach immer weiter geradeaus gilt hier leider nicht, wie ich feststellen muss. Kleiner Tipp. Einfach vorher einen Lageplan der Aldi und LIDL Filialen besorgen. Aldi und LIDL haben an jeder zweiten Kreuzung hier unten ein Hinweisschild stehen. So kann man sich von Filiale zu Filiale hageln. Das aber nur am Rande. Wie ich hinterher feststelle musste ich das Rad ca 20 Kilometer zurück nach Seixal schiebe. Das ist in glühender Mittagssonne echt kein großer Spaß. Ich komme immerhin 4 Stunden und drei Liter Apfelsaft den ich mir im LIDL unterwegs besorgt hatte an. Ich konnte mein Glück kaum fassen, as ich in Amora doch tatsächlich auf eine Tankstelle treffe auf der ich den Reifen noch wieder so weit aufpumpen kann um damit die letzten 4 Kilometer bis nach Seixal zu Radeln.

Eigentlich wollte ich ja noch den Abend nach Lissabon. Das ist mir nun aber echt zu viel. Nach ein, zwei Bier in den Kneipen hier vor Ort in Seixal bin ich auch mehr als bettlägerig.

Gut, das Material ist leider auch in Deutschland keine Lagerware, es ist halt schon sehr speziell. Aber Innerhalb von einer Woche sollte es zu besorgen sein . . . So die Theorie soll es dann sofort per Express weiter versendet werden. Tja, es sollte leider anders kommen. Ich muss zuerst noch einmal anrufen das meine Mail überhaupt bearbeitet wird. Die letzte Lieferung soll am Montag in der Firma ankommen. Am Mittwoch, die Woche drauf, ruf ich doch mal an, da ich eigentlich abgemacht war das sie mir die Sendungsnummer zukommen lassen wollten. Was soll ich sagen, der Sachbearbeiter muss erst einmal schauen, ob die Lieferung von dem Zulieferer in der Firma angekommen ist. Das Paket ist noch gar nicht auf dem Weg :-/ Morgen soll es aber raus. Donnerstag ruf ich es Nachmittags lieber noch einmal an . . . Och sag er, er habe jetzt ‚rausgefunden das DHL gar nicht abholt, da hat er es einfach mal liegenlassen . . . Ähhm ja, ich bekomme nun langsam eine Krise. OK, Ich such ihm zum einen raus, wo er doch den PickUp Service buchen kann und zum anderen suche ich ihm die passenden Konditionen raus. Mittlerwerile hilft nur noch ein super Express für 250 EUR. Der Mastlege- und Maststell-Termin ist ja schon gebucht: Dienstag runter, Donnerstag drauf. Ich such mir auch schon passende Flüge raus, falls das Paket wieder nicht rausgeht. Montag geht das gut, 8:40 nach Düsseldorf und 17:15 wieder zurück . . . Gut eine Option mehr und auch nur unwesentlich teurer Fein!

Leider bringt nun ein Lehrling das Paket zu DHL. Das Mädel in der Poststelle hätte ihm gesagt, das der normale DHL versand auch dafür sorgt das am Dienstag das Paket in Seixal ist . . . Ähhm, ja, da hätte sie mal besser die Zustellzeiten für Portugal studiert, DHL sagt dazu: „9 Tage“. Ich bin nun echt mit den Nerven runter. Jetzt hilft mir auch die Option in der ich es selber abhole nicht mehr. Ich will hier einfach nur noch weg und irgendwie scheinen alle alles zu geben das genau das nicht passiert.

Irgendwie scheint meine Pechsträhne auch nicht wirklich abzureißen. Ich habe mich ja schon mehrfach darüber gewundert, das die Portugiesen hier in Seixal in der Strömung nicht ordentlich an und ablegen können. Mir hat ja letztes Jahr schon einer meine Solarpaneelhalterung völlig verbogen und ist dann einfach abgehauen. Was soll ich sagen, nun ist mir eine in die Selbststeueranlage gefahren und auch einfach ohne etwas zu sagen entschwunden.

So, das Paket mit der Lieferung ist nun endlich gekommen, die Arbeiten gingen auch gut von der Hand und die Termine im Tagus konnte ich auch noch alle passend legen das der Mast innerhalb von 4 Tagen gelegt und wieder gestellt werden konnte. So bleibt mir nun noch der Samstag um die nOa wieder segelfertig zu machen. Da laufen mir wieder Rossana und Anabela über den Weg. Die beiden geben hier in Seixal Stand Up Paddeling Kurse, so verabreden wir das ich an dem Kurs auch noch rasch teilnehmen kann. Das macht ja schon wirklich Spaß hier in der Bucht von Seixal in der Abendsonne ‚rumzupaddeln. Ein wirklich schöner Abend.

Am Montag Früh geht es dann passend mit der Strömung wieder der Tejo hinunter . .  . GottSeiDank

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