Galicien

Nun geht es mit gutem Rückenwind weiter um das den Rest von Finisterre. Ob es dann Cedeira oder Viveiro wird mache ich dann vom Wind abhängig . . . er ist gut, also wird es Viveiro, bzw direkt die Bucht davor El Baqueiro, Vicedo. Hier ist es mal wirklich schön, kein anderer außer mir. Schick, so soll es sein 🙂 Als ich in den Ort komme und mit meinem gebrochenem spanisch nach einem Supermarkt frage verstehe ich erst mal nur Bahnhof . . . dann steigt der Kollege in seinen Wagen und deutet mir an ich solle mich doch einfach dazu setzen, er müsse da sowieso hin . . . wie nett ist dass den bitte . . . auch nimmt er mich dann noch wieder zurück zum Hafen. Eine kleine Stadtrundfahrt samt Erklärung inklusive . . . noch hilfsbereiter geht es nun wirklich nicht!

Nach ein paar Tagen geht es dann die 7 Seemeilen weiter nach Viveiro. Die Außenborder müssen noch repariert werden, bisher musste ich alles rudern . . . ist aber auch ganz gut für die Figur 😉
Leider sind die Teile nicht verfügbar, das dauert hier 14 Tage nur für die Lieferung . . .  so lege ich mich vor Anker und Uwe, ein Freund aus Duisburg muss mir die Teile aus Deutschland weiterleiten, das geht schneller . . .  gut wenn man sich auf Freunde verlassen kann.
Aber es hat auch ein gutes, so lerne ich John kennen, er liegt auch schon eine Weile in der Bucht vor Anker, ich beschließe mal „Hallo“ zu sagen. Schnell freunden wir uns an. Es ist fortan eine sehr kurzweilige Zeit. Wir sind uns echt sehr ähnlich, er ist auch ein wenig rastlos, wechselt alle paar Jahre seinen Job, sehr sympathisch. Unsere Wege trennen sich aber leider schnell wieder, er segelt weiter nach Süden und ich nach Osten. Ich verspreche Ihm aber in Guernsey auf dem Rückweg vorbeizusegeln.

Nach Viveiro ist Foz auf den ersten Blick nicht wirklich schön, wenn man von See her kommt fällt zuerst das neue Touristenviertel im Norden auf. OhhGottOhhGottOhhGoot denke ich, dann noch ein Hafen an dem nur an einer Mauer zu liegen ist. Na gut, die erste Nacht schlafe ich dann auch nicht wirklich gut. Der Tidenhub beträgt gerade 4 Meter und keiner weiß so ganz genau wieviel Wasser dann noch unterm Kiel ist. Ist aber alles gut, die nOa schwimmt auch noch bei Niederigwasser. Ich hatte auch Glück, dass der Platz ganz am Ende der Mauer frei war.

Den nächsten Tag in der Stadt stelle ich fest: die Stadt ist doch ganz nett, hübsch ist dann doch etwas anderes. wie soll es auch anders sein, der alte Stadtkern liegt am alten Fischerhafen und dort den Berg hinauf. Die Touristen sind also ganz gut separiert auch die spanischen. Leider habe ich mir den Tag davor auf dem Wasser einen tüchtigen Sonnenbrand eingefangen. So wandere ich in der Sonne lieber nicht ganz so viel ‚rum.
Abends, als ich so fern sehe, höre ich noch ein Bugstrahlruder . . . verdammt denke ich noch, jetzt muss ich doch noch das Dinghy wegnehmen das der Segler an mir festmachen kann . . . will der Segler aber gar nicht, Glück gehabt . . . Beim anlegen knallt er auch erst einmal ungefendert vor die Betonmauer . . . Autsch, das tut weh . . . dann fährt er seinem Vordermann in den Heckkorb . . . mhhm, GottSeiDank hat er nicht an mir festmachen wollen. Kurz sage ich ihm noch das es hier nicht ganz so tief ist. Mit einem Brustton der Überzeugung antwortet der Britsche Landsmann er hätte einen Hubkiel. Ich halte auch schnell den Mund, wer weiß was er sonst noch an meinem Schiff kaputt machen würde.

Ein wenig schaue ich mir noch den Ria mit dem Beiboot an. Weit kommt man hier aber nicht hinauf, es wird sehr schnell sehr seicht. Ist aber trotzalledem echt ein hübsches Fleckchen das drumherum.

Eine witzige Sache ist mir in einer der ältesten Kirchen in Spanien passiert . . . da erklärt mir das Mädel an der Information: Ich könne mir den „Camara“ anschauen . . . sie würde jetzt auch nicht genau die Übersetzung ins englische kennen . . . ein „Camara“ wäre ein Schlaf und Arbeitsraum . . . . später wird mir dann klar warum die Rathäuser alle „Camara Municipal“ heissen . . . also der Schlaf und Arbeitsraum der Gemeinde, Municipal heisst Gemeinde. Ist das nun ein Arbeits- oder ein Schlafraum der Gemeinde . . . Darauf will ich nicht näher eingehen 😉

Nun ja, nachdem es mir hier eigentlich ganz gut gefällt passiert es dann . . .  in der letzten Nacht in Foz . . . So mitten in der Nacht werde ich von einem schabenden Geräusch wach. Zuerst weiß ich gar nicht wo das herkommt. Als ich mich so umsehe bemerke ich wie sich einer an dem Eingang zum Niedergang zu schaffen macht. Ein anderer will gerade die Leiter hinunter aufs Schiff und ein dritter steht noch oben auf dem Kai offenbar Schmiere. Ruckartig reiße ich das Schiebeluck auf und frag Ihn doch mal direkt ob er Hilfe benötigt . . . Mit großem Satz springt er direkt zurück auf den Kai, der andere zischt auch die Leiter ‚rauf . . . Blöde sagen sie nur: sie wollen doch nur ein wenig schauen . . . Als ich dann aber ganz aus dem Schiff kommen will laufen sie schnell weg. Ich bin schon froh hier morgen wegzukommen.

Nach Foz geht es nun wieder in eine richtige Marina . . . ich will auch mal wieder ordentlich Duschen . . . immer diese Kaltwasserschlauchduschen auf dem Bootssteg in mitten der Nacht kosten zwar nix, sind aber auch nicht wirklich dolle.

Nun will ich mir auch mal den anderen Außenborder anschauen . . . was soll ich sagen: Der Mechaniker in Viveiro sagte ich müsse eine Reparatur für 250-300 Eur vornehmen lassen, und allein die Teile kosten schon 150. Mhhm, einmal alles sauber gemacht und er läuft wie ’ne eins . . . Toll, Geld gespart und auch wieder was gelernt, da bleibe ich mal einen, zwei Tage länger. Mit neuem Außenborder schaue ich mir auch den Rest des Rias an. Die Gegend hier ist ganz hübsch.

Der „Playa de Catedrales“ ist echt sehenswert. Ich habe das Glück, das mit mir ein paar Spanier die gleiche Idee haben und auch von Ribaeo aus mit dem Zug zum „Playa de Catedrales“ fahren. Auf dem Rückweg ist der Zug kaputt und kommt gar nicht . . . Sie organisieren daraufhin mit der Zuggesellschaft ein Ersatztaxi und nehmen mich auch mit . . . Glück gehabt . . . die Haltestelle vom Zug liegt mitten im Nix, man muss erst über einen Acker und dann über eine  Privatzufahrt eines Hauses. Ich hätte das alles zu Fuss 20 Kilometer zurück laufen müssen, schon ein wenig noch von Portugal verwöhnt, einen „Uber“ gibt es hier nicht und mein Spanisch reicht echt nicht um mir ein Taxi zu bestellen.

So, weiter geht es nach Asturien . . . liegt ja auch schon auf der anderen Seite des Rias es soll ja komplett anders sein dort 🙂

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