19.08 Falmouth
Es geht los, das Wetter soll gut sein die nächsten 5 Tage kein Tiefdruckgebiet in Sicht und immer ein wenig Wind: Nach der langen Warterei wird es auch endlich Zeit, ich will diese blöde Biskaya endlich hinter mir haben: Also los, zur Vorsicht habe ich mir noch eine Karte von Brest besorgt, man kann ja nie wissen.

Bis nach Lizard Point geht es gut, dann kommt der Nebel und der Wind schwindet . . . na gut, werfe ich halt den Motor für eine Weile an, das mit dem Wind wird schon wieder . . . sagen die Grip Files . . . Ich habe halt nur ein wenig Sorge wegen dem Diesel . . . wenn wirklich stimmt das Handbuch sagt sollte man immer für ein, zwei Tage Sprit im Tank haben . . . falls der Wind mal mittendrin ganz wegbleibt. Gut das ich die Karte von Brest habe . . . wie sich später herausstellt, ich bin die ganze Nacht durch mit der Maschine gefahren. Der nächste Tag wird nur für zwei Stunden besser dann wieder Nebel und kein Wind . . . also Motor wieder an und auf nach Brest, bzw Camaret sur Mer, das hatte mir ein Pärchen in Falmouth ans Herz gelegt. Mann könnte sich 5 Meilen den Kanal hoch sparen und der Ort wäre auch schöner. Also auf in den „Canal Du Four“ die Tide paßt gerade . . . leider wird der Nebel immer Dichter, ich kann gerade mal 20 Meter sehen und dann kommen 4 Meter Schwell, das ist ja wirklich beängstigend. GottSeiDank verzieht sich der Nebel kurz nach der Einfahrt in den Kanal. Da ist zwar eigentlich genug Platz um elektronisch zu navigieren aber wenn man ein Seegebiet nicht kennt ist es mir immer wohler ich seh‘ wo ich lang fahre . . . genügend Wracks liegen ja an den Rändern des Kanals. Der Kanal hat es auch wirklich in sich, die Handbücher lügen nicht ich komme mir vor wie auf einer Jolle, 5 Tonnen Boot werden mal eben von links dann von rechts von Wellen getroffen . . . im ganzen fährt das Boot dann aber geradeaus . . . wirklich beängstigend man kann es gar nicht oft genug schreiben. Gegen 22.00 Uhr bin ich dann endlich im Hafen . . . da bin ich aber auch wirklich durch . . .dann ist der Hafen komplett düster . . . na klasse, ein paar andere Segler zeigen mir aber einen freien Platz . . . erst mal schlafen und morgen anmelden.

RazFaz in Camaret sur Mer

Morgens auf zum Hafenbüro leider kein Internet hier und auch keine Waschmaschine . . . das fängt ja gut an, aber der Ort ist wirklich nett und die Franzosen sind hier auch ein wenig entspannter. Die Gripdaten und auch der Französische Wetterdienst sagen morgen soll der Wind wieder passend wehen. OK Anfang nächster Woche soll zwar ein Tief am Kap Finesterre vorbeiziehen aber da will ich ja schon seit Tagen in La Coruna sein . . .ich überlege wenn alles gut läuft direkt nach Vigo durchzufahren Aber mal sehen, kommt zeit kommt Strecke. Erst den nächsten Morgen mal tanken und dann los, ich muß ja noch an diesem blöden Kap vorbei . . . es wäre zwar auch verlockend durch das „Raz du Sein“ zu fahren aber da raten die Handbücher von ab, also aussenrum . . . 5 Meilen vor dem Kap kippt leider der Strom . . blöd gelaufen, leider zu langsam. Mit mir zusammen fährt noch ein Däne, auch mit einer alten Windpilot, auf das Kap zu . . . allerdings mit nur einer Meile Abstand zum Kap . . . das finde ich ja mutig, falls da mal was passiert . . . Ein wenig ruppig wird es ja schon so Wind gegen Strom . . .aus einmal fährt mir der Däne wieder entgegen . . . OK denke ich, so schlimm ist es jetzt auch nicht, außerdem ist es in einer Stunde ja eh vorbei . . . als er neben mir ist bemerke ich, die Fock steht Back und keiner am Ruder . . . das ist wirklich mutig . . . oder er ist völlig zugekifft . . . 30 minuten später wendet das Boot wieder und er segelt wieder auf das Kap zu . . . ohne das sich einer an Deck hat blicken lassen . . . Das ist nicht mutig, das mal einfach nur blöd! Aber egal, das muß jeder selber wissen, ich hoffe nur ich treffe Ihn nicht mal woanders wieder . . . so unterwegs . . . wenn er schon nicht mitbekommt wenn sein Boot solche Manöver macht. Ok, nach dem Kap kann ich mich ja auch mal ein wenig aufs Ohr hauhen . . . Viel kommt da ja die nächsten Tage nicht . . . außer Wasser . . .

Nach drei Stunden weckt mich dann mein AIS, OK, ist ja auch gut so, ein kurzer Blick und so um die 30 Fischerboote um mich ‚rum . . gut, die haben alle genug Abstand, aber das hätte ich hier draußen nicht gedacht. Also aufgeblieben, die fahren ja manchmal komische Haken diese Fischer . . . um 3 Uhr morgens nehmen aber alle einen anderen Kurs. Puhh, endlich wieder schlafen.

Erster Morgen so richtig auf der Biskaya . . . klasse Wetter gut . . . ein bischen wenig Wind, aber das wird schon . . . Einen Vorteil hat das ganze, ich fahre bei 1-2 BFt über den Festlandsockel wo es innerhalb von ein paar Seemeilen von 200 auf 4000 Meter tiefe geht . . . das ist schon beeindruckend . . . mitten auf dem Wasser eine Welle -. . . vom linken Horizont zum rechten Horizont . . . wirklich klasse und was hier für ein Leben im Wasser ist . . . überall Fische, Quallen und ich weiß nicht was für Tierchen. WOW

Welle mitten in der Biskaya

Zweiter Morgen leider immer noch kein Wind . . . so langsam wird es blöd . . . gerade falls das Tief nun auch noch schneller kommen sollte . . . naja, wird schon gut gehen . . . per Navtex ist nichts schlimmes gekommen . . . der Wind soll auffrischen, OK, das wäre ja gut. Nachmittags werfe ich dann den Motor an, mal einen Tag, dann bin ich ja auch wieder in ansgegelbarer Nähe von Nordspanien.
Vier Stunden geht es gut, dann stirb der Motor ab. mhhm, gar nicht gut denke ich. Der Anlasser dreht ja auch kaum den Motor durch, was ist das nur . . . Ein kurzer Blick nach achtern verrät mir das Desaster . . . ich schleppe cirka 20 Meter Plane hinter mir her. Das ist ja klasse mitten im nichts.
Egal, ich habe ja meine Taucherbrille, die Flossen und ein scharfes Messer, also los. mir ist zwar schon ein wenig mulmig, aber ob 4000 oder 4 Meter, ist ja eigentlich egal, zu tief ist beides. Also rein ins Wasser. Ich hätte nur nicht gedacht das hier zum einen so um die 100 Fische gucken müssen was ich denn da im Wasser mache . . . wahrscheinlich haben die sich auch nur gedacht welcher Depp hat uns nun die coole Plane geklaut und zum anderen war ich echt verblüfft welch eine Dicke Wurst sich um meine Schraube gewickelt hat. Nun gut, was soll ich machen, schneiden was das Zeug hält, so eine Stunde lang runter, rauf,  runter. Dann bin ich komplett durch den Wind und keine Besserung in Sicht. Immer wenn ich neu tauche erwische ich eine andere Stelle und bei einem Durchmesser von 40cm schaffe ich es nicht das auf ein mal zu schneiden. OK, hier macht es so keinen Sinn. Ich schaue also ob ich per UKW ein anderes Schiff erreichte. In der Tat meldet sich nach 30 Minuten ein Brite . . . Es wäre Ihm zwar nicht ganz klar was mein Problem sei aber er würde mal kommen, eine Taucherausrüstung habe er auch, kein Problem. Er kommt dann tatsächlich, leider wird es aber immer ruppiger . . . ja, tauchen können sie leider jetzt auch nicht mehr, das hätten sie vor vier Jahren das letzte mal gemacht, aber die Ausrüstung können sie mir geben. OK, das macht keinen Sinn, da ich noch nie getaucht bin. Die beiden ziehen also wieder Ihrer Wege. Und ich muß jetzt schauen, das ich noch jemanden mitten auf der Biskaya mit Tauchausrüstung finde denke ich ist eher unwahrscheinlich. OK, segeln kann ich ja, Wind gibt’s ja jetzt auch . . . Also alles zusammenpacken und los segeln . . . Noch einen Blick auf das Navtex . . . mittlerweile müssen ja die vorhersagen für die Nacht und morgen ‚reingekommen sein.
Gut oder schlecht, wie man es nimmt . . . Biskaya 8 BFT in der Nacht. OK, ich kann mich noch vorbereiten, aber das muß ja nicht wirklich sein. Also alles noch mehr zusammenpacken, schon mal Sturmfock setzen und Groß reffen.

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