Stelendam bis Dover

Mittlerweile liegen wir schon im Päckchen dort und harren alle besseren Wetters, in zwei Tagen soll es soweit sein . . . Angesagt sind dann maximal BFT 5, aber aus Ost, das würde bedeuten, das ich zumindest mal einen Tag ohne zu kreuzen den nächsten Hafen anlaufen könnte.
Also morgens mit dem ersten Büchsenlicht . . . na ja, vielleicht war es auch ein wenig später . . . los . . der Wind steht in der Tat gut, aus Stelendam raus ist auch gegen den letzten Rest des auflaufenden Wassers gar nicht so schlimm. So bin ich dann direkt im Strom, wenn er kentert. Mittlerweile passen meine Berechnungen diesbezüglich auch immer besser. Ok, heute passt da wirklich alles, der Wind kommt wie versprochen und in der versprochenen Stärke . . . schläft dann leider aber im laufe des Vormittags wieder ein und dabei bleibt es dann auch. Nachdem ich dann wieder einmal gegen den Strom gesegelt bin, habe ich abends dann keine Lust mehr auch noch die Nacht durch zu segeln . . . . 20 Uhr entschließe ich mich den Nothafen Neeltja Jans anzulaufen um mich ein paar Stunden auf’s Ohr zu legen. Gesagt, getan, leider ist da wieder ein kleinerer Umweg mit verbunden aber was soll es für ein paar Stunden Schlaf ist es mir das wert.
Ok, als ich in den Hafen einlaufe ist es mittlerweile auch schon dunkel und er ist wieder erwartend auch schon voll. Also wieder ins Päckchen gelegt . . . ist ja eigentlich nicht mein Ding, aber was bleibt mir anderes übrig. Ein Boot in gleicher Länge ist auch da. Auf meine Frage ob ich bei Ihnen festmachen könne kam dann erst einmal die mürrische Frage wann ich denn morgens wieder los wolle . . . Klar mit dem passenden Strom weiter die Küste runter sage ich . . .um 7:00 Uhr so ungefähr . . . das mit dem ungefähr war dem Kollegen zu dann aber ungenau, er sagte nur dann soll ich lieber woanders festmachen sie wollen schon eher weiter . . . Was soll ich sagen, am nächsten Morgen habe ich sie dann eine halbe Stunde nach mir ablegen sehen . . . blöde Deutsche 😉
Der Strom im Westgatt setzt dann aber schon hart, meine Güte . . .

Neelte Jans nach Blankenberge:

Vorhaltewinkel 40° da hat das Handbuch nicht gelogen . . . einmal raus geht es dann aber gut, und bei strahlendem Sonnenschein geht es Richtung Zeebrügge. Hier muss ich dann auch mal wieder dringend die Vorräte auffüllen. Kurz vor Zeebrügge entscheide ich mich dann doch lieber nach Blankenberge zu segeln. Das ist zwar mit dem Strom ein wenig knapp, der Hafen dort verspricht aber um einiges schöner zu sein als Zeebrügge und er liegt direkt in der Innenstadt. Dort am Nachmittag angekommen ist es in der Tat so, ich kenne jetzt Zeebrügge nicht . . . aber der Hafen liegt direkt in der Stadt, die Frittenbude keine 2 min zu Fuß . . . wow . . .so habe ich mir Belgien vorgestellt. Der Supermarkt und ein Waschsalon sind auch direkt am Hafen, was will man mehr? Klar, eine Dusche . . . nach 5 Tagen ohne . . . die ist natürlich direkt in Hafen. GottSeiDank hat der Hafenmeister keine gute Nase, sonst hätte er mich bestimmt gleich beim einchecken ‚rausgeworfen . . .

Von Blankenberge geht es dann weiter nach Dünkirchen. Ich habe ja die Hoffnung nicht aufgegeben, das der Wind vielleicht ein wenig dreht . . . tut er leider aber nicht wie sich am kommenden Morgen
herausgestellt. Leider zieht im laufe des Vormittages noch eine Warmfront durch . . . Beim auslaufen dachte ich mir ob es nicht vielleicht eine gute Idee sie gleich mal direkt einzureffen. . . . das sah mir irgendwie schon so aus als ob die Kaltfront schon da sei . . . und das war sie auch. Morgens noch ein wenig ungeschickt kamen dann auch gleich mit dem setzen des Segels die Böen . . .ich stand dann auch noch ein wenig ungeschickt vor meinem Doghouse und  . . . Krack . . .  erst einmal eine Rippe angebrochen wie sich später herausstellt. Nur gut das es nicht gleich wehtut, so kann ich wenigsten noch in Ruhe einreffen bevor es noch schlimmer wird . . . Ok, der Start war dann heute nicht so gut dafür wird es dann aber nach Durchzug der Front wirklich schöner . . . nur leider dreht der Wind immer noch nicht. Kurz hinter Niewport kentert dann wieder der Strom. Nach kurzem check des aktuellen Kurses gebe ich völlig gefrustet auf, nach einer Wende fahre ich den gleichen Weg zurück, den ich mir Mühsam erkämpft hatte. Das macht ja nicht wirklich Sinn, da segle ich dann lieber die zwei Seemeilen nach Niewpoort zurück und lege mich 4 Stunden schlafen. Super das der Hafenmeister für 4 Stunden 5 EUR Hafengebühr haben will. Das hatte ich ja bisher noch nicht erlebt . . . bloß schnell weiter ich will Abends noch in Dünkirchen sein, und wenn der Wind so bleibt könnte das gerade eben klappen. Der Belgier neben mir gab mir dann auch noch den Tipp bloß nicht außen herum nach Dünkirchen zu segeln, der Kanal längs der Küste sei breit genug, und bei dem aktuellen Wind super zu besegeln. OK, dann mal nach 4 Stunden wieder los . . . und passend
abends in Dünkirchen angekommen. Gerade rechtzeitig bevor die Strömung wieder kentert. Direkt nach mir laufen auch noch ein paar Bekannte Gesichter aus Stelendam ein. Die Rentnertruppe, deren Spruch ich nie vergessen werde: Ich müsse ja Zeit haben, das ich bis ins Mittelmeer wolle . . . Sie können das ja gar nicht machen, wann auch, so ein Rentnerleben ist ja wirklich der Stress pur, ich kann es mir genau vorstellen. Bin ich froh ende nächsten Jahres wieder arbeiten zu müssen . . .
Hier treffe ich dann noch so einen gestressten, ein Däne, der mit 45 aufgehört hat zu arbeiten und dafür vom Staat 2000EUR netto!!! pro Monat bekommt, verdammt, warum bin ich nicht auch ein Däne . . . OK, er darf nur 3 Monate pro Jahr ins Ausland, aber ich glaube es gibt schlimmeres im Leben.
Der Wind am nächsten Tag ist dann leider nicht so gut. Eine Front soll durchziehen, eigentlich wollte ich ja auch noch nach Calais. Hier hat mir dann der Däne abgeraten, keine ordentlichen Liegeplätze dort und wenn ich eh nach Dover will ist das ja auch ein Umweg. Der Wind für den nächsten Tag steht so gut, das ich eigentlich mit halben Wind die ganze Zeit nach Dover kann. Angesagt sind 4 in Böen 5, das würde ja super passen. Zusammen mit dem Strom wäre ich dann nachmittags in Dover . . . Also um 6 Uhr auslaufen nach Dover . . . ein wenig Angst habe ich ja schon, das VTG ist mal richtig breit, und wenn da die großen Pötte durchfahren muss ich mich ja irgendwie dazwischen durchmogeln. Hoffentlich passt das mit dem AIS ordentlich.
Kurz vor den VTG frischt dann der Wind auf, also erst einmal reffen, na klasse, gerade wo da ein Kreuzfahrtschiff vor mir durchläuft . . . hinterher werde ich da ein wenig entspannter, sooo knapp war das ja gar nicht, die Aufregung halt. Das AIS hat sich hier aber super bewährt. Wenn die eigene Fahrt einigermaßen konstant ist, lässt es sich bis auf eine halbe Seemeile klasse navigieren, ich bin so genau zwischen zwei Frachtern durch, die ich sonst beide hätte passieren lassen. So habe ich mir locker ’ne halbe Stunde gespart.
Einlaufen Dover . . . schon wieder per UKW anmelden . . . hoffentlich bekomme ich bei dem Wind alles mit. Das ist ja blöd wenn man allein fährt. Da pfeift einem der Wind im Cockpit um die Ohren während man funkt . . . Aber bei allen anderen die vor mir einlaufen läuft das ja auch . . . direkt vor mit möchte noch einer auslaufen. Ok, jetzt ich . . . leider schätzen die so viel das ich nicht alles mitbekommen habe . . .aber einlaufen geht, ich muss mich dann nur noch beim Hafen anmelden . . . die die nun gerade ausgelaufen sind wollen nun auch wieder rein . . .kein Wunder bei der Welle, und dann noch
gegen an . . . das Blöde ist nur, das die Signale nach denen wieder umgestellt wurden, also nochmal anrufen . . . aber die Engländer sind ja
supernett, kurze Frage, kurze Antwort, klar, wir stellen um, fahren sie mal einfach weiter. Die Funkdisziplin ist hier ja wirklich super!

Dover, wenn man ganz genau hinschaut lassen sich auch die White Cliffs erkennen, leider wurde es später ruppiger, da konnte ich dann keine Fotos mehr machen

OK, Erste Kanalüberquerung CHECK 🙂
Super nur , wenn die Pontoons nicht alle eine Bezeichnung tragen, das mir zugewiesene
Hafenbecken finde ich ja noch, aber die Stege haben leider alle keine Buchstaben . . .
Das Boot das vor mir raus und gleich wieder rein ist kennt sich aber aus, ich sei schon richtig hier . . .
nur ein wenig den Steg runter . . . Beim anlegen helfen sie auch gleich, wirklich nett. Billy, Susie and Ulf mit dem Boot Summer Breeze . . .
die wollen auch nach Süden . . .mein Gott wenn mein Englisch nur nicht so schlecht wäre . . . nach einer Flasche Wein wird es auch nicht
wirklich besser . . . und ich muss noch einkaufen, also verlasse ich die drei, noch mit guten Tipps fürs ausgelaufen versorgt versprechen wir
uns auch dem Weg noch mal wieder zu treffen. Mal sehen ob’s klappt
Wie ich im Hafenbüro mitbekomme habe nur völlig vergessen Britische Pfund zu besorgen . . . ist doch auch Europa hier . . .
na gut, ab zur nächsten Bank ich muss ja noch ein wenig einkaufen und den nächsten Morgen (3:00 Uhr) soll es ja weitergehen. Billy fragt
noch mal kurz beim Hafenbüro nach, nicht alle Hafenbecken können bei Hochwasser verlassen werden, in dem in dem ich bin geht das aber.
Glück gehabt, alle andern sind nämlich teurer.
Also erst einmal einkaufen, das schöne Wetter und die Stadt genießen und morgen weiter, der Wind morgen soll ja abflauen und aus Süd kommen, für den Kanal passt das!

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