Die ersten Tage in der Nordsee

Endlich geht es weiter . . .
Von Enkhuizen aus ging es erst einmal nach Durgerdam, Hier konnte ich nun auch endlich einmal den neuen/gebrauchten Blister ausprobieren, WOW, das war ja mal eine Anschaffung die sich gelohnt hat, bei kaum Wind 1-2 BFT vom Raumschots immerhin 2-3 Knoten SOG . . .
Der Hafen in Durgerdamm ist wirklich sehr zu empfehlen. In dem kleinen Clubhafen ist der Hafenmeister immer nett. Als ich dort war wurde auch gerade eine neue Hafenmeisterin ein gelernt . . . auch nicht unsympathisch, eine nette Unterhaltung an dem Abend . . .  Amsterdam ist per Bus für ein paar Euros aus super zu erreichen und es ist nicht so voll wie in dem Sixhafen. Ich habe mich dann gleich für zwei Tage eingecheckt. . .  .ich musste ja am nächsten Tag mit dem Zug nach Düsseldorf eine neue Telefonkarte besorgen. Also am nächsten Morgen mit dem ersten Bus zum Bahnhof nach Amsterdam, dort in den Zug und  . . . als erstes eine Zollkontrolle . . . super, dann versuch mal einem Zöllner begreiflich zu machen warum man ohne Gepäck nur um eine Telefonkarte zu besorgen nach Deutschland fährt . . . irgendwie hat er mir die Geschichte nicht ganz geglaubt was sich den auch gleich in einer kompletten Leibesvisitation niederschlug . . .
Egal, ab in den ersten Telefonshop und die Karte abgeholt und . . . den nächsten Zug wieder zurück . . . um 16 Uhr war ich wieder in Durgerdam. Das war dann die teuerste Telefonkarte meines Lebens. Wenn ich alles zusammenrechne: Zugfahrt, Liegegebühren usw etc pp. 300 EUR. Naja jetzt bin ich mit meinem Telefon ein wenig vorsichtiger, versprochen.
Am nächsten Morgen dann ab durch den Nordseekanal nach Ijmuiden. Da ist ja schon ein wenig was los in dem Kanal . . . Diese Schnellboote von Ijmuiden nach Amsterdam und Retoure sind ja die Pest, die Welle von denen ist wirklich unangenehm.

Hier lag auch noch ein Schwesterschiff der Costa Concordia, die Costa Romantica . . . gibt es die Reederei eigentlich noch . . . ?
Hier auch mal ein Foto für die Leute die immer noch denken mein Mast sei eine komische Konstruktion . . . die Holländer heben da ganze große Boote mit in die Luft . . . muss also als Druckstab schon eine ganz gut geeignete Konstruktion sein . . . Wenn jetzt noch einer sagt mein Mast sei komisch: die Niederländer stemmen da ganze Boote mit hoch.

In Ijmuiden habe ich dann auch die Teile von RadioHolland abgeholt:: eine neue GPS Antenne und ein neues Radarkabel. Die GPS Antenne wurde dann auch gleich verbaut, ist ja nicht ganz unwichtig zu wissen wo man ist, und in den letzten beiden Tagen ist das Signal für ein, zwei Stunden nicht zu empfangen gewesen . . .  Das Radarkabel tausche ich dann später aus . . . irgendwie ist das heute in Zeiten von GPS und AIS nicht mehr ganz so wichtig. Ich frage mich nur wie ich die ganze Tour ohne GPS gemacht hätte . . . .so lange gibt es diese Option ja noch gar nicht.
Meinen ursprünglichen Plan von Ijmuiden direkt nach Ramsgate zu segeln habe ich verworfen, auch im Reeds wird davon dringend abgeraten . . .die ganze Zeit gegen Wind und Strom zu kreuzen, ohne mal ausruhen zu können ist kein großer Spaß. Am Ende kommen dann auch noch ein paar Untiefen und dann die ganzen Windparks auf der englischen Seite.
Jetzt habe ich natürlich die ganzen Gastlandflaggen nicht parat . . . bei den Belgiern  und den Franzosen muss ich dann halt ein wenig aufpassen. Vielleicht kann ich ja die Anzahl der Hafenaufenthalte dort ein wenig reduzieren.
Ok jetzt erst einmal los . . . Ijmuiden raus und zusehen, das ich in Scheveningen wieder passend einlaufen kann . . . .der Hafen  dort ist ja schon ein wenig komisch. tagsüber laufen da keine Fischer ein und aus, trotzdem muss man sich immer fleißig bei der Port Control melden um ein oder auslaufen zu dürfen . . . ist ja schon ein wenig übertrieben, die scheinen da nicht sonderlich viel zu tun zu haben, das es eine solche Vorschrift gibt . . .egal, also brav mein Sprüchlein aufgesagt und schon geht es in den Hafen . . . dort dann eine kleine Überraschung . . . Im Hafen muss man sich über UKW Kanal 31 anmelden . . . bei den Ijsselmeerhäfen ist mir das nie aufgefallen, da kann man ja einfach so rein, meldet sich im Hafenbüro und alles ist gut . . . nur hier . . . weder das eingebaute Icom noch die neuere Handfunke erlauben die Auswahl des 31er Kanals.GottSeiDank haben die auch groß eine Telefonnummer an der Tafel stehen . . . die wissen schon warum 😉 Da bin ich dann immer wieder Froh den heutigen Verhältnissen nach ein kleines Boot zu haben. Mir ist es noch nie passiert, das ich in einem Hafen keinen Liegeplatz mehr bekommen habe . . . so auch hier, alle liegen im Päckchen und ich bekomme noch meinen eigenen Finger . . . Schön ist . . . Internet gibt’s hier auch für umsonst und es geht sogar . . . warum müssen eigentlich die Mädels am Empfang immer so hübsch sein? 😉
OK, morgens in aller Herrgotts frühe dann weiter. Als nächstes muss ich erst einmal an Rotterdamm vorbei . . . ein Alptraum, einer der größeren Häfen der Welt mit dem entsprechenden Verkehrsaufkommen . . . ich bin ja noch nie dort vorbeigekommen . . . mhhm mal sehen wie das klappt. Lt. Reeds  soll man sich an der Verkehrszentrale Rotterdamm Approach anmelden und sein Sprüchlein aufsagen . . .Name, SOG COG, usw. etc. pp. kleine Stolperfalle: wenn man den Scanner im UKW mitlaufen lässt ist man natürlich in der Regel nicht auf dem richtigen Kanal wenn man funken will . . . Maas Approach meldet sich dann natürlich nicht . . . arrg, beim nächsten Mal muss ich da besser aufpassen . . .die müssen mich ja für einen völligen Idioten halten, immerhin gibt es dort die Arbeitskanäle extra für jeden Funkdienst. OK, also den richtigen Kanal genommen und das Sprüchlein aufgesagt . . . mit dem Erfolg. Rückmeldung von Mass Approach . . . super das ich mich melden würde . . .sie hätten jetzt nicht alles mitgekommen . . .wäre ja auch egal, ich solle mal einfach weiterfahren und nur auf den Ein- und Auslaufenden Verkehr achten . . . na super, als ob ich auf die Idee auch nicht von allein gekommen wäre . . . Nach drei Stunden unter Motor in dem „Recommended Yacht Track“ gegen Wind und Strom ist es dann vorbei. Das nächste Mal mache ich das auch wie alle anderen, ohne Anmeldung einfach ‚drüberbrettern so wie es gerade passt . . .
Ja, das hat jetzt schon eine menge Zeit gekostet, so Lt Navtex soll es auch noch windiger werden. Der nächste vernünftig an zulaufende Hafen wäre Vlissingen, bis dahin ist es aber noch ne Weile. Also lieber auf in den Hafen bei Stelendamm einlaufen, auch wenn es dort bis zu zwei Stunden rein und wieder raus muss, aber noch mehr Wind, da habe ich gerade gar keine Lust mehr . . . direkt hinter mir kommt auch noch ein Schiff aus gleicher Richtung auch die hatten keine Lust auf noch mehr Wind. Stelendam ist ja schon ein wenig verloren gelegen, ein Fischerhafen vor der Schleuse . . . hier kann man sich aber wenigsten umsonst für maximal drei Tage hinlegen, die Schleuse samt Brücke mit eingeschränkter Bedienung. Sie schleusen nur noch zu Niedrigwasser, damit die Brücke nicht aufgeklappt werden muss. Also bleibe ich lieber davor liegen, dann kann ich wenigstens weg wann ich will. Vorräte habe ich genug, und wie in Holland fast schon üblich gibt es an jeder Schleuse eine Frittenbude mit kostenlosem Internet . . . was will man mehr. .